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In Memoriam

Es war ein lauer Herbstmorgen, dieser 12.09.2003. K?hle lag in der Luft. Ich hatte wie immer nackt und vor offenen Fenster geschlafen. Ich blickte auf die Uhr, 11.30. Zeit um aufzustehen. Ich packte mich an den Beinen und zog mich aus dem Bett.

Freitage sind nicht unbedingt meine st?rksten Tage. Alle Menschen haben dieses Wochenendgesicht aufgesetzt. Diese Mischung aus Freude und unendlicher Spannung was denn dieses Wochenende bringen w?rde.

Ohne viel umschweife urinierte ich ins Waschbecken w?hrend ich mir die Z?hne putzte. So sparte ich t?glich Zeit. Ich rannte die Stufen hinunter, gr??te die alte Dame aus dem 1. Stock, bemerkte mein Mischgeschick, rannte die Stufen rauf, zog meine Unterhose und meine Jeanshose an und rannte die Stufen wieder runter.

Im B?ro war dann alles beim alten. Ein paar Telefonate mit den Kunden: ?Klar ist das schlimm ......... wird sofort erledigt............. ich melde mich gegen Weihnachten?, verschiedene Rechnungen und viel Kaffee. Um 12.30 war ich fix und fertig.

Der Weg zu mir nach Hause ist steinig und schwer. Ich entschloss mich dazu noch ein wenig Kr?fte zu sammeln bevor ich mich auf den Weg machte. Ich las Zeitung, online. Manche Schlagzeilen muss man mehrmals lesen um sie zu verstehen. Johnny Cash soll verendet sein? Ich studierte den Bericht genau. ...........mhm ..........Diabetes ....mhm...........71 ............... Alles drehte sich pl?tzlich, mir wurde schwarz vor Augen.

Einen Moment sp?ter wachte ich in einem Spitalsbett auf. Eine Krankenschwester kam herein. Ihre Reizw?sche lugte hinter ihrem wei?en Kittel hervor und ehe ich mich versah presste sie mir ihre prallen Br?ste ins Gesicht. Ihre riesigen Lappen umschmiegten mein Antlitz. Ihre s??e Stimme fl?sterte st?ndig meinen Namen. Warum tat sie das?

Da erwachte ich ein zweites Mal. Alles nur getr?umt? Ich lag am Boden des B?ros. Ich blickte an die Decke und stellte mir vor, wie es wohl als Arzt in so einem Spital w?re. Der Grund f?r meinen Zusammenbruch lie? mich aber nicht all zulange mit meinen Gedanken allein. Johnny Cash war entseelt. Das an einem Freitag. Alle Menschen grinsen, sind fr?hlich, wollen ihr wohlverdientes Wochenende genie?en.

Ich ging auf die Stra?e, r?ttelte an B?umen, holte Brot aus dem Backofen und sch?ttelte die Polster aus. War ich die Goldmarie?
Voller Trauer und mit Tr?nen in den Augen lief ich nach Hause. Ich warf mich auf mein Bett und weinte bitterlich. Meine Katze wollte mich tr?sten, keine Chance. Ich nahm die Hacke und schlug die Katz in zwei. Da kamen viele Hunde und gruben ihr ein Grab, am Grab da stand geschrieben die selbe Gschicht nochmal ...........

Ich schaltete den Fernseher ein. Nachrichten. Wieder die Meldung, dass Johnny Cash tot sei. Ich drehte den Fernseher zur Mauer und spuckte ihn an. Ein Mann war tot. Er war der einzige, der allein durch Gef?ngnisauftritte reich und ber?hmt wurde. Ich f?hlte mich zu ihm hingezogen. Er war einer von uns, einer von der Stra?e, einer von den kleinen Strolchen. Wenn Gott Musik machen w?rde, dann w?re es die von Johnny Cash. Johnny sch?mte sich nie, Lieder auf einer LP zweimal draufzuspielen, wenn noch genug Platz war. Er war der Ring of Fire. Ich weinte nun noch mehr. Ich ?ffnete das Fenster, wollte allem ein Ende machen. Da sah ich pl?tzlich Johnny Cash in meiner Wohnung. Er packte mich fest am Oberarm und riss mich weg vom Fenster. Sofort k?ssten wir uns.

Er sagte, dass er gehen m?sse. In meinen Augen sammelten sich die Tr?nen. Doch er blieb cool und sprach nur leise: Don?t cry, Baby. Dann war er weg. Mir war nun klar, dass ich weiterleben musste. Johnny will es so. Ich schloss das Fenster, putzte den Fernseher ab, nahm meine Katze, flickte sie, und ritt mit ihr in den Sonnenuntergang. Wo mag mich dieser Weg wohl hinf?hren? Ich zog mich aus und fing an alles was ich mit Johnny Cash erlebte niederzuschreiben. Das w?rde nicht nur mir helfen.

Selig die, die alles niederschreiben, denn ihnen geh?rt das Himmelreich.

29.3.07 14:50
 


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